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Uetterath, liegt im Westen Deutschlands ( Bundesland Nordrhein - Westfalen ), nahe der niederländischen Grenze. Das Dorf zählt einschließlich der Weiler ca. 500 Einwohner und gehört zur Stadt Heinsberg. Aus den Anfängen Uetteraths sind keine schriftlichen Zeugnisse bekannt. Die Siedlung dürfte über die 1. Jahrtausendwende kaum hinausgehen. Eine erste urkundliche Erwähnung von „ Ocerode“ erfolgt im Jahre 1307. Als Bischof Mark Berdolet 1804 die Organisation seines Bistums Aachen durchführte, wurde Uetterath Pfarre im Kanton Geilenkirchen.

Chronik der St. Antonius Schützenbruderschaft Uetterath

Gründung und erste Jahre

Ebenfalls datiert auf das Jahr 1804 bezieht sich die Gründung der Schützenbruderschaft, Antonius von Padua ist ihr Schutzpatron.

Die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgte nach vollendetem 18. Lebensjahr. Die Würdigkeit des Jungschützen unterzog man einer strengen Prüfung. In der Generalversammlung wurden an die Aktiven vor der Abstimmung über Aufnahmen 2 „Kölsche“ oder Frenkel verteilt, ein gläsernes für die Zustimmung, ein gewöhnliches für die Ablehnung. Für die Auszählung warf jeder Wahlberechtigte ein Frenkel in den rumgereichten Hut.

Bis zum 45. Lebensjahr war der Schütze aktiv, bis zum 60. Lebensjahr inaktiv und hernach Ehrenmitglied.

Die älteste erhaltene Silberplakette enthält die Inschrift:

Joannes Henricus
Jansen 1. König
von bruderschap
von H. Antonius
de Padua in
ütrath 1806
Die älteste erhaltene Silberplakette (1806) Die älteste erhaltene Silberplakette (1806)

Der genannte Jansen war 1805 König. Die Jahreszahl 1806 scheint das Jahr zu bezeichnen, an dem die Platte überreicht wurde.

Mitte der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts scheint ein Stillstand in die Gesinnung der Gesellschaft getreten zu sein. Durch das älteste Mitglied Joseph Vraetz wurde sie 1842 wieder zu neuem Leben erweckt.

1905 - 1938

100jähriges Bestehen

In der „Geilenkirchener Volkszeitung“ war zu lesen:

Die Jubiläumsfeier am Sonntag und Montag stand im Zeichen schönsten Wetters. An dem glänzenden Festzug beteiligten sich die Schützengesellschaften von Aphoven, Bauchem, Brachelen, Dremmen, Frelenberg,Gilrath, Grebben, Hilfarth, Hückelhoven, Millich, Oberbruch, Porselen, Randerath, Ratheim, Straeten, Waldenrath, Würm, der festgebende Verein, und der Veteranen-Verein von Uetterath. Die vom Festkomitee abgenommene Parade bot ein farbenprächtiges Bild, dem durch verschiedene Musikkapellen noch mehr Leben verliehen wurde. Nach dem Zug begab sich alles in die geräumigen Festwiesen. Herr Bürgermeister a.D. Esser (Brachelen) hielt die Festrede. In schlichten, aber herzlichen Worten hieß er die Gäste willkommen und wünschte dem Feste einen frohen Verlauf.

Die St. Antonius Schützengesellschaft zu Uetterath, mit dem Vorsitzenden Jakob Hutmacher, zählte 40 Mitglieder (1905).

Bei jedem Aufzug trugen die Mitglieder Frack, Zylinder und Gewehr. Ein Trommlercorps gab es nicht. Den Rhythmus bei Aufzügen untermauerte eine einzige Trommel, gerührt von dem „Solisten“ Welter aus Straeten. Besonderer Beliebtheit erfreute sich der Kirmesdienstag, wobei auf der „Bügelbahn“ der Straßenwirtschaft Nobis in Blauenstein das Tanzbein geschwenkt wurde.

Goldjubilare 1924 Goldjubilare 1924

Goldjubilare 1935 Goldjubilare 1935

Es sei aber erwähnt, dass sich die Schützenbruderschaft 1938 durch höhere Gewalt des Naziregimes auflösen musste, das keine „kirchlichen“ Vereine duldete. Nach anderen Angaben feierte man noch 1939 die „Maikirmes“.

Aufzug der Schützen 1932 Aufzug der Schützen 1932

Schützenbruderschaft und Trommlercorps 1936 Schützenbruderschaft und Trommlercorps 1936

Neugründung nach dem Weltkrieg

Die St. Antonius Schützenbruderschaft wurde nach dem 2. Weltkrieg, 1948, wieder gegründet. Leider gingen durch den Krieg die Geschäftsbücher und Protokolle verloren, so dass über die Schützenbruderschaft nur aus der Überlieferung berichtet werden konnte.

Die zwischen dem 27. Juni und 30. August 1948 verfassten Protokolle geben Aufschluss über die vielen Schwierigkeiten des Neubeginns: Auf der ersten Veranstaltung am 27. Juni wird „ohne lange Debatte“ der Alte - vor der Auflösung amtierende - Vorstand neu berufen. Nur das Amt des Schriftführers wird durch Albert Balduin, damals Lehrer in Uetterath, neu besetzt. Die Stelle des im Kriege gefallenen Königs wird durch seinen Vorgänger Willi Holthausen eingenommen. Ein erster Kassenbestand von 47,-- DM kommt dadurch zustande, dass jeder Schützenbruder 1,-- DM Aufnahmebeitrag entrichtet, kurz nach der Währungsreform vom 20. Juni 1948 ein hoher Betrag. Auf seiner ersten Sitzung am 6. Juli beschließt der Vorstand für den 29. August ein Stiftungsfest. Das beschädigte Königssilber soll nach Aachen zur Reparatur geschafft werden. Dies geschieht am 24. Juli. Die Reparatur wird 250,-- DM kosten, die der Bruderschaft noch viel Kopfzerbrechen bereitet.

Zwei weitere Probleme bestimmen das Leben der Bruderschaft in den ersten Wochen des Neubeginns: Soll das inzwischen wieder gegründete Trommlercorps der Bruderschaft als Jungschützentruppe angegliedert werden? Die Trommler wollen eine „eigne Kasse“, einen „eignen Verein“, ein „eignes Leben“. Auch die Frage nach dem regelmäßigen Beitrag wird von den Schützenbrüdern unterschiedlich beantwortet. Eine Vorstandssitzung am 1. August und eine außerordentliche Generalversammlung am 8. August können diese Probleme nicht lösen. Für den 10. August notiert der Schriftführer, dass die Bruderschaft vom Diözesanverband die Bestätigungsurkunde erhalten habe. Gleichzeitig vermerkt er aber auch: „Der Geldbestand ist inzwischen auf 15,-- DM zusammengeschrumpft.“

Am 21. August findet eine außerordentliche Generalversammlung zur Vorbereitung des Stiftungsfestes statt. Der Kassenbestand beträgt an diesem Tag 19,-- DM. Durch Neuaufnahmen scheint er ein wenig gestiegen zu sein. Um der finanziellen Misere Herr zu werden, beauftragt man die Jungschützen mit dem Verkauf von Losen (50 Pf. das Stück).

Gruppenbild 1948 Gruppenbild 1948

Die Versammlung beschließt ein Königsgehalt von 100,-- DM (ohne Königin 50,-- DM). Weitere Kosten kommen auf die Bruderschaft zu: In Korschenbroich sollen Uniformen ausgeliehen werden. Das wird 48,-- DM kosten, zusätzlich 12,-- DM für die Bahnfahrt. Auch muss Geld für die Abendkost der Musiker beim Stiftungsfest zur Verfügung stehen. Bei allen Sorgen aber bereiten die 250,-- DM für das Königssilber den größten Kummer.

Die Schützen feiern alljährlich die „Prunk“ am 1. Sonntag im Mai und die Martinikirmes mit Aufzügen,Paraden und Bällen. Der Kirmesdienstag bietet meist den beruhigenden Ausklang mit Theateraufführungen.

Schützenfest 1955

Zum 150-jährigen Bestehen feiert die Bruderschaft das Bürgermeisterei- und Deka- natsverbandsschützenfest vom 30. April bis 1. Mai 1955.

Hierüber berichtet die Volkszeitung:

Großer Festzug in Uetterath

27 Schützenbruderschaften auf dem Verbandsfest - Glänzende kirchliche und weltliche Feiern.

Viele ehemalige Uetterather wieder in der alten Heimat.

Noch nie waren in Uetterath so viele Menschen vereinigt, wie am Sonntag auf dem Schützen- fest des Dekanatsverbandes und des Bürgermeistereiverbandes. 27 Bruderschaften waren zur Stelle. Die St. Antonius Schützenbruderschaft verband mit dem Fest die Feier Ihres 150jährigen Bestehens.

Am Vorabend holten die St. Antonius Schützen und die ganze Dorfgemeinschaft die zum Heimatfest erschienen ehemaligen Uetterather, darunter auch Dechant Reiners aus Hottdorf und die 88jährige Witwe Nikolaus Josef Schiffers, geborene Jäger, aus Schafhausen am Saale Heinen ab und geleiteten sie zur Gefallenenehrung auf dem alten Friedhof an der Kirche. Unter den Ehrengästen waren auch Landrat Braun, Amtsdirektor Jansen, Bürgermeister Ohoven, Ortsvorsteher Schultes, mehrere Mitglieder der Gemeindevertretung sowie einige Gäste aus den benachbarten Dekanaten. Pfarrer Hastenrath holte in einer gehaltvollen Ge- denkrede die Gefallenen und Vermissten hinein in die Dorfgemeinschaft und in das große Dorffest.

Dann ging es mit Musik zum großen Festzelt, dort entboten der Präses, Pfarrer Hastenrath, den vielen ehemaligen Uetterathern, den Ehrengästen und der ganzen Dorfgemeinschaft den Willkommensgruß. Er lobte den Zusammenhalt seiner Pfarrgemeinde, aus dem auch dies große Fest entstanden sei. Ferner gedachte er seines verstorbenen unvergesslichen Vorgän- gers Pfarrer Robeck, der sich besonders um das Schützenwesen in Uetterath sehr verdient gemacht habe. Am Schluss sprach er den Wunsch aus, dass die Schützen immer Pfleger hei- matlicher Sitten und Bräuche bleiben mögen

Gruppenbild 1948 Schützenbruderschaft 1974
"Eine fast unüberschaubare Zahl von Menschen defilierte am Sonntag über den Festplatz, als sich die Schüt- zen zum großen Festzug formierten, und eine unübersehbare Zahl von Menschen säumte Uetteraths Straßen, als der lange Zug durch diese zog."

So berichtete 1974 eine Zeitung vom Dekanatsschützen- und Heimatfest in Uetterath, das wie das Schüt- zenfest 1955 Höhepunkt in der Nachkriegsgeschichte war.

Neuerungen und 1. Kaiser

Doch auch für Neuerungen zeigte sich die Bruderschaft offen, wie der im Januar 1987 gefasste Beschluss über die Aufnahme von Frauen und Mädchen in die Bruderschaft belegt. Seither kämpfen Frauen beim Vogelschuß mit um die Königswürde, und eine Abteilung von Schützenschwestern wurde zum festen Bestandteil bei den Aufzügen der Schützen. Als beim Vogelschuß am Ostermontag 1988 erstmalig ein Schülerprinz ermittelt wurde, fiel diese Würde an ein Mädchen. Dies ist ebenfalls 1990 und 1991 der Fall. 1991 und 1993 geht auch die Prinzenwürde an Mädchen, und es ist abzusehen, dass in naher Zukunft auch die Königswürde von einer Frau errungen wird.

Kaiserpaar Karl und Elisabeth Putze Kaiserpaar Karl und Elisabeth Putze

Einer der Gründer der Schießgruppe war Karl Putze, der 1975,1976 und 1977 den Königsvogel abschoss und damit erstmalig und bisher auch einmalig, Kaiser in Uetterath wurde. Mit dem Kaiserpaar Karl und Elisabeth Putze feierten die Uetterather unter Beteiligung der Nachbarbruderschaften im September 1977 ein Kaiserfest.

Ebenfalls errang Hans Dohmen drei Mal die Königswürde und zwar in den Jahren 1964, 1974 und 1988. Ein weiteres Mitglied welches drei Mal König war, ist Bernd Scharfenorth und zwar in den Jahren 1989, 2002 und 2013. Da aber in den Statuten festgehalten ist, dass die Königswürde drei Mal in Reihenfolge erbracht werden muss, konnte 1988 bzw. 2013 kein Kaiserfest gefeiert werden.

Nicht immer aber kann der Chronist der Uetterather Schützen von schönen Ereignissen berichten. Am deutlichsten werden die Probleme bei einem Kernpunkt des Schützenlebens, der Kirmes. Diese gerät aufgrund der damit verbundenen finanziellen Belastung in Gefahr. Im Jahre 1978 wurde daher beschlossen, nur noch einmal jährlich eine Kirmes auszurichten. Schon wenig später sieht sich die Bruderschaft zudem veranlasst, auch den Ball am Kirmessonntag abzuschaffen.

Gründung und Aufbau einer Jungschützenabteilung

Hilfe kommt von einer Seite, von der man sie zunächst nicht erwartete. Da hatten sich aktive junge Leute zusammengetan, die sich „Jungschützen“ nannten, sich anfangs im Aufzug dadurch von den andern unterschieden, dass sie grüne Blousons trugen, irgendwann aber in schicken grünen Uniformjacken mit Schützenhut und -krawatte erschienen, von den älteren Schützen - im schwarzen Anzug - leicht spöttisch, leicht neidisch - die „Grünen“ genannt. Finanzieren konnten die jungen Leute ihre schöne Schützenuniform mit den Überschüssen aus ihrem Sommernachtsfest, das sie jedes Jahr in Baumen (Weiler) abhielten.

Sommernachtsfest in Baumen Sommernachtsfest in Baumen

Ein Fest, das - seit 1989 in Berg veranstaltet - kaum aus dem Dorfleben wegzudenken ist und viele Besucher aus der näheren Umgebung anzieht. Durch die lockere Art der Geselligkeit in ländlicher Umgebung unterscheidet sich dieses Sommernachtsfest einerseits von der überlieferten und festgelegten Form der Kirmes, auf der anderen Seite dient das Sommernachtsfest gerade heute mit seinen finanziellen Überschüssen dazu, diese Kirmes als wichtige Tradition im Schützen- und Dorfleben aufrecht zu erhalten und ihr wieder neuen Schwung zu verleihen.

Auch mit der Entwicklung ihres Vogelschusses können die Uetterather Schützen sehr zufrieden sein. Nach der Lösung von sicherheitstechnischen Problemen wird er von 1988 an wieder im Freien veranstaltet. Austragungsort ist - wie heute bei vielen Festlichkeiten im Dorf - der Pfarrgarten

Schützenfest 1994

Mit dem Heimatabend, dem der „Große Zapfenstreich“ vorausging, begann am 17. Juni 1994 (Festzelt, Wiese Pergens, Kirchaue) das Bezirksschützenfest in Uetterath. Schirmherr war der Bürgermeister der Stadt Heinsberg, Herr Otto Knoll.

Sommernachtsfest in Baumen Schützenbruderschaft 1994 (Foto Lisse)

Zum großen Umzug am Sonntag, schreibt die Heinsberger Volkszeitung „Ein Schutz gegen die Gewalt“

Schützen: „Der Jugend Heimat bieten“ - Großartiges Fest in Uetterath

Die 21 Bruderschaften des Schützenbezirks Heinsberg sowie die Gastbruderschaften aus Straeten und Prummern vereinten sich auf der Festwiese in Uetterath zum eindrucksvollen Bild anlässlich des Bezirksschützenfestes. „Ein Schutzwall gegen die zunehmende Gewalt in der Gesellschaft“ wollen die Schützen sein. Das Miteinander und Füreinander stellte denn auch Bezirksbundesmeister Martin Nießen in den Mittelpunkt seiner Begrüßung, in der er außerdem die Schützen aufforderte, einen geistigen Schutzwall zu schaffen und der Jugend eine Heimat zu bieten. Er forderte die Schützenschwestern und Schützenbrüder außerdem auf sich auf die Traditionen zu besinnen und an ihnen festzuhalten. Die Worte „Aus alter Wurzel neue Kraft“ sollen nicht nur eine Aufschrift auf der Schützenfahne sein.

Mit dem Lied „Lobet den Herrn“ eröffnete anschließend der Uetterather Musikverein die kurze Feldandacht. Bezirkspräses Dechant Kolmschot kündigte in seiner kurzen Predigt eine neue Zeit an, wobei die Geburt nicht ohne Geburtswehen, also Schmerzen erfolge. Gut zu wissen, so Präses Kolmschot weiter, dass es Menschen gibt, die den Finger auf die Wunde legen, Menschen die heilen können. Gewalt verglich er mit einem Bulldozer, der alles zerstört und plattwalzt. Dort wo er regiere, werde das Leben zur Hölle. Angst und Verzweiflung nehmen die Lebensfreude. Den Schatten der Gewalt zu vertreiben und neue Wege zu gehen, dazu forderte er die Schützenschwestern und Schützenbrüder auf. Er machte ihnen dazu Mut mit den Worten: „In jedem Stern ist so viel Licht und in der Nachtsind so viele Sterne, dass wir einen Weg finden können.“

Nach dem gemeinsamen „Vater unser“ und dem Segen und Schlußlied, formierte sich der stattliche Festzug, angeführt vom Trommlercorps Straeten und dem Musikverein Uetterath. Die Straßen von Uetterath waren dicht gesäumt mit Menschen, die nicht zuletzt die zahlreichen schmucken Königspaare mit herzlichem Beifall auf ihrem Weg begleiteten. Strahlender Sonnenschein machte für die Zuschauer den Festzug zu einem Vergnügen, während insbesondere die Musiker so manchen Tropfen Schweiß vergossen, bevor der Vorbeimarsch am Uetterather Königspaar Herbert und Marlene Pelzer, dem Prinzenpaar, dem Bezirkskönigspaar aus Heinsberg sowie den Ehrengästen den Abschluss bildete.

Dank vorbildlicher Organisation - Uetterath war an diesem Tag autofrei - bewegte sich der Festzug fast ohne Stocken durch die Straßen und machte das Bezirksschützenfest 1994 zu einem grandiosen Schauspiel. Beim Vorbeimarsch unterstütze der Straetener Musikverein St. Marien den Uetterather Musikverein.

Pfarrer Bernd Bartel Pfarrer Bernd Bartel

In der langen Geschichte der Schützenbruderschaft war es 1997 soweit, der Pastor der Pfarrgemeinde schoss den Königsvogel ab.Am 13. April 1997, gegen 16.30 Uhr, begann die Ermittlung des Schützenkönigs. Nach 139 Schuss holte Pfarrer Bernd Bartel den Vogel von der Stange. Die Überraschung war perfekt. Spätestens als die Glocken läuteten, hatte sich die Nachricht im Ort herumgesprochen. Vom 14. - 16. Juni 1998 feierte man dann eine großartige Kirmes.

Auf Anregung von Herrn Killermann erstellte die Bruderschaft 1996/97 durch Leo Buzan und Heinz Zaunbrecher ein Kinderkarussell. Anfangs geplant für Festlichkeiten in Uetterath, wird es seit 1998 auch verliehen.

Neues Vereinsheim

„Mit dem Aufhängen der Fahne am 27. Dezember 1997 im Bischof-Hemmerle-Haus“, so Willi Louis, „ hat nun auch die Bruderschaft ein neues Zuhause“. Mit dieser Bemerkung kam man zum Hauptpunkt der Generalversammlung: Die St. Antonius Schützenbruderschaft überreichte dem Hausherrn, Pfarrer Bernd Bartel, eine Beschallungsanlage für das Pfarrzentrum Uetterath.

Berg war für zwei Tage Mittelpunkt für Uetterath und Umgebung. Am 17. Und 18. Juli 1999 feierten wir das 25. Sommernachtsfest. Höhepunkt war am Samstag war sicherlich der Auftritt der „Laura-Jux-Band“. Großen Anklang fand auch der Sonntag, der traditionell als Familientag ausgelegt ist.

Beim Bezirksschützenfest 2000 in Brüggelchen wurde Thomas Scheufens mit 27/30 Ringen stellvertretender Bezirkschülerprinz.

„Die St. Antonius Schützenbruderschaft Uetterath hat ein historisches Prachtstück wieder im Aufzug dabei“, so schreibt der SUPER SONNTAG am 11. April 04. Der Schellenbaum, er stammt aus dem Jahre 1850, hatte seinen letzten Auftritt im Jahr 1938. Während der Kriegs- und Nachkriegszeit befand er sich im Museum.

Der Schellenbaum („Foto Lisse“) Der Schellenbaum („Foto Lisse“)

Josef Benders holte ihn 1970 zurück nach Uetterath und bewahrte den stark beschädigten Schellenbaum 32 Jahre lang in seinem Keller auf. Im Jahre 2003 hat Josef Benders das prächtige Stück restauriert und mit Hilfe der Schützenbruderschaft mit 40 neuen Schellen versehen. Bei der Kirmes im Juni 2003 wurde der Schellenbaum zum ersten Mal nach 65 Jahren wieder im Aufzug getragen. Er wird jetzt im Bischof-Hemmerle-Haus in einer Glasvitrine aufbewahrt.

Im Jahre 2003 kehrte ebenfalls das Sommernachtsfest an seinen Ursprung zurück. Auf dem Grundstück der Familie Gossen in Baumen wurde das 29. Fest abgehalten. Nach Dreißig Jahren scheint es der Bruderschaft etwas Neues aufzuziehen, zum 30. Sommernachtsfest tritt erstmals eine Live-Band auf.

Anlässlich des Jubiläums und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass unsere einzige Schützenfahne 50 Jahre alt ist, wurde bereits Mitte 2002 beschlossen, eine neue Fahne anzuschaffen.

Gesagt, getan, acht Vorstandsmitglieder waren bereit, mit der Option der Entscheidungsgewalt, Freitagnacht vor Palmsonntag 2003 mit einem Bus, Fahrer war ebenfalls Vorstandsmitglied, gegen Süden zufahren.

Nach einiger Zeit fiel die einstimmige Entscheidung, hier und heute eine Fahne zu bestellen. Nach intensiver Beratung über die Gestaltung der Fahne verließen wir, hochzufrieden und in bester Laune, das Fass Bier war leer, verließen wir die Fa. Kössinger.

Rund 1 Jahr später, 2 Wochen nach Ostern, konnte nun unsere Fahne abgeholt werden. Erneut machten sich 8 Vorstandsmitglieder auf den strapaziösen Weg nach Bayern. Dabei gingen wir kein Risiko ein, am Reiseablauf wurde kaum eine Änderung vorgenommen.

Während der Fahrt war die Planung des Jubiläumsfestes natürlich das Thema Nr. 1. Samstagmittag konnten wir dann endlich unsere neue Fahne in Empfang nehmen. Die Fa. Kössinger hatte hervorragende Arbeit geleistet.

200-jähriges Jubiläum 13. – 21. Juni 2004 (in Arbeit)

Sommernachtsfest in Baumen Schützenbruderschaft 2004 (Foto Lisse)
Sonntag, 13. Juni

Mit einem festlichen Pontifikalamt, zelebriert von Weihbischof Karl Reger, begann das Jubiläumsfest der Pfarre und der Schützenbruderschaft.Ein Zeichen der Verbundenheit und Zuversicht ist die neue Fahne der Bruderschaft, sie wurde während der Messe eingesegnet.

Nach einem Grußwort von Präsident Peter Biermanns enthüllten Weihbischof Reger und Pfarrer Dechant Bernd Bartel, in Anwesenheit von Schirmherr Heinz Franken und Bürgermeister Josef Offergeld, die Gedenktafel in Erinnerung an die Priester der Pfarrgemeinde. Die Tafel ist ein Geschenk der Bruderschaft an die Gemeinde. Angeführt vom Musikverein ging es anschließend im Festzug zum Bischof-Hemmerle-Haus, wo Pfarrgemeinderatsvorsitzender Paul-Josef Strömer die Gäste willkommen hieß. Im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Heinsberg gratulierte Heinz Franken der Pfarre zum Jubiläum. Für alle Ortsvereine gratulierte Andrea Brudermanns.

Eine Fotoausstellung erstellt vom PGR, wurde am Nachmittag eröffnet. Erste Besucher waren beeindruckt von den Fotos und alten Schriften, die wohl einmalig in dieser Form der Öffentlichkeit zugängig gemacht wurden. An weiteren drei Tagen war die Ausstellung geöffnet (jeweils für zwei Stunden). Mit der Kranzniederlegung am Ehrenmal und dem „Große Zapfenstreich“ wurden die Festlichkeiten am 18. Juni fortgesetzt. Nach dem gemeinsamen Zug zum Festzelt eröffnete Peter Biermanns den Fest- und Heimatabend. Heinz Franken, Schirmherr des Jubiläums wies in seiner Rede auf die Bedeutung der Schützenbruderschaften hin: „Sie setzen sich aus alter Überlieferung und Tradition für die Brauchtumspflege ein, sorgen für den Erhalt der edlen Schützenwerte ‚Glaube-Sitte-Heimat’ und gehören unumstritten zu den wichtigsten Kulturträgern unserer Gesellschaft. Das Doppeljubiläum von Pfarrgemeinde und Schützenbruderschaft zeuge von einer intakten, mit Leben erfüllten Dorfgemeinschaft. Pfarrer Dechant Bernd Bartel stellte in seiner Festansprache heraus: “Der Glaube ist in Uetterath noch wichtig, was sich nicht nur durch einen sehr guten Gottesdienstbesuch äußere, sondern auch im Miteinander in der Gemeinde.

Zu weiteren Gratulanten gehörten unter anderem Bürgermeister Josef Offergeld und vom Bezirksverband Brudermeister Arno Gossen.19. Juni - Ab 20.30 Uhr begann der große Unterhaltungs- und Tanzabend auf dem Festzelt. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Stimmungsband „Different Colours“. Höhepunkt des Abends im vollbesetzten Festzelt war die Vorstellung des Rurtal Trio. In einem gut einstündigem Auftritt zeigten Brüh und Mahoni Ausschnitte aus ihrem Programm „Omma Hastenrath antwortet nicht“.

20. Juni

Mit reichlich „Segen“ von oben wurde die Feldandacht zu Beginn des Festzuges bedacht und man legte ein Zwangspause ein. Dank des Musikvereins Uetterath wurde die Zeit musikalisch ausgefüllt. Beim Festzug hatten dann alle Grund zum Strahlen. In den Zug eingegliedert hatten sich neben Schirmherr Heinz Franken unter anderem Bundestagabgeordneter Leo Dautzenberg und Bürgermeister Josef Offergeld. Zu den Gastbruderschaften gehörten die Nachbarvereine (Randerath, Porselen, Horst, Dremmen und Kraudorf), desweitern die Bruderschaften aus Hülhoven-Grebben-Eschweiler, Aphoven und Waldfeucht. Im Nygen bildete der Vorbeimarsch der Gäste einen Höhepunkt, den sich auch zahlreiche Zuschauer nicht entziehen konnten. Ein paar Sonnenstrahlen ließen den restaurierten alten Schellenbaum richtig funkeln. Im Festzelt wurde anschließend weiter gefeiert mit Unterstützung des „Kölner Sound Express“.

Der Montag - 21. Juni - begann mit einem Gottesdienst und dem anschließendem traditionellen Frühschoppen. Auch an diesem Tag waren die Schützen, begleitet vom Musikverein, noch einmal im Festzug unterwegs um die Majestäten, dem Königspaar Norbert Wolters und Heike Scharfenorth, der Prinzessin Manuela Schlömer und dem Schülerprinzen Jürgen Wolters zu präsentieren und ihnen bei der Parade ihre Reverenz zu erweisen. Mit dem Königs- und Prinzenball klang der Veranstaltungsreigen zum 200-jährigen Jubiläum von Bruderschaft und Pfarre aus.

Zum Vogelschuß am 14. April 2013 trafen sich Schützenbruderschaft und Musikverein zu einem kurzen Umzug durch den Ort. Nach dem Preisschießen wurden die Prinzen bzw. Prinzessinnen ermittelt: Schülerprinzessin wurde Kim Scheeren, Prinz der Bruderschaft wurde Wilfried Küppers. Als nächstes stand dann die Ermittlung des Schützenkönigs an. Dies zog sich wegen geringem Interesse in die Länge, erst gegen 19:00 Uhr holte Bernd Scharfenorth den „Vogel“ von der Stange und ist somit Repräsentant der Bruderschaft für ein Jahr. Bernd Scharfenorth ist somit zum dritten Male König und zwar in den Jahren 1989, 2002 und 2013.

Am 19. + 20. Juli 2014 begingen wir zum 40. Mal das traditionelle Sommernachtsfest. Aus diesem Anlass hatte man auch neue Poloshirts angeschafft. Gefeiert wurde natürlich in Baumen. Nach der Hl. Messe, die durch den Kirchenchor mitgestaltet wurde, begann das „Open Air“ – Festival. Neben der Tanzkapelle Celebration sorgte auch die Einlage von „Legata Lederhosenpower“ für gute Stimmung.

Der Sonntag begann mit einem Frühschoppen. Der Musikverein Uetterath spielte um 14:30 Uhr zum „Kaffeekonzert“ auf. Herr Strömer zeigte Bilder von den vergangenen Sommerfesten. Nach noch einigen vergnügten Stunden endete dann das Sommerfest 2014.

© St. Antonius Schützenbruderschaft Uetterath 1804 e. V.